Newsletter Archiv durchsuchen:

News Archiv

Verzugszinsen jetzt steuerpflichtig?

Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören – nach Auffassung des Höchstgerichtes - alle Vermögensvermehrungen, die bei wirtschaftlicher Betrachtung ein Entgelt für eine Kapitalnutzung darstellen. Dieses Urteil bedeutet für Privatpersonen, dass Verzugszinsen nicht mehr steuerfrei sind. Die bisherige Sichtweise, dass sie den wirtschaftlichen Schaden einer verspäteten Zahlung abdecken, trifft also nicht mehr zu. Der Verwaltungsgerichtshof kam also zur gegenteiligen Auffassung früherer Rechtsansichten. Wer in den letzten fünf Jahren Verzugszinsen erhielt, weil sie ihm im Zuge eines Gerichtsverfahrens zugesprochen wurden, der müsste diese jetzt – je nach Höhe des Einkommens - mit bis zu 50 Prozent nachträglich versteuern.

 

Verzugszinsen für Alimente und Gehälter

 

Verzugszinsen werden etwa für Schadenersatz-Zahlungen, Alimente oder nicht fristgerecht ausbezahlte Löhne und Gehälter in Rechnung gestellt. Betroffen sind auch etwa 10.000 Personen, die nachträglich eine Frühpension wegen geminderter Erwerbsfähigkeit samt Verzugszinsen erhalten haben.

 

Milderung von Fall zu Fall?

 

Da es noch keine Rechtsprechung zu diesem Thema gibt, muss noch abgewartet werden, wie die Finanzverwaltung auf dieses Urteil reagiert. Es ist möglich, dass das Gesetz geändert oder per Erlass von Fall zu Fall gemildert wird. Auch könnte in einem anderen Fall, in dem die Behörde Verzugszinsen der Besteuerung unterzieht, der Verfassungsgerichtshof angerufen werden. Hier darf insbesondere mit einer „Musterklage“ eines Pensionisten vor dem Verfassungsgerichtshof gerechnet werden.




brutto-netto
Lohnsteuer-Tabelle
Einkommensteuer-|Tabelle
Lohnnebenkostenrechner
Newsletter
Archiv