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Was tun bei negativem Eigenkapital?

Von negativem Eigenkapital spricht man, wenn das Eigenkapital durch Verluste aufgebraucht ist oder anders ausgedrückt, die bestehenden Schulden das vorhandene Vermögen übersteigen. Weist das Eigenkapital einen negativen Stand aus, so besteht massiver Handlungsbedarf. Sie müssen in diesem Fall unverzüglich prüfen, ob auch eine insolvenzrechtliche Überschuldung gegeben ist.

 

Eine insolvenzrechtlich bedeutsame Überschuldung einer GmbH oder AG liegt vor, wenn

 

  • das Vermögen der GmbH unter Ansatz von Liquidationswerten und Einbeziehung der stillen Reserven die bestehenden Verbindlichkeiten nicht deckt (rechnerische Überschuldung) und
  • die Ertrags- und Finanzkraft der GmbH mittelfristig nicht zur Fortführung des Unternehmens ausreicht (negative Fortbestehensprognose).

 

Stellen Sie fest, dass die Gesellschaft auch insolvenzrechtlich überschuldet ist, so bleibt Ihnen der Weg zum Konkursgericht nicht erspart. Sie sind als Geschäftsführer nämlich verpflichtet, innerhalb von 60 Tagen einen Insolvenzantrag beim zuständigen Firmenbuchgericht zu stellen.

 

Wie sieht die Prüfung einer insolvenzrechtliche Überschuldung konkret aus?

 

Zuerst haben Sie zu prüfen, ob das zu Liquidationswerten bewertete Vermögen ausreicht, um die gesamten Verbindlichkeiten abzudecken. In der Praxis wird oft jedoch kein Status zu Liquidationswerten erstellt, sondern das buchmäßige Eigenkapital um stille Reserven und/oder stille Lasten im Vermögen korrigiert, um so das insolvenzrechtlich relevante Eigenkapital zu ermitteln. Sollte diese „Bestandsaufnahme“ ergeben, dass die Aktiva zur Abdeckung der Verbindlichkeiten nicht mehr ausreichen, ist die Lage zwar ernst, aber noch nicht aussichtslos. Kann nämlich – trotz der bestehenden Überschuldung - eine positive Fortbestehensprognose erstellt werden, so müssen Sie keinen Insolvenzantrag stellen.

 

Positive Fortbestandsprognose

 

Eine positive Fortbestandsprognose ist eine fundierte Planrechnung, aus welcher hervorgeht, dass die Lebensfähigkeit Ihrer Gesellschaft mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gesichert ist. Die Anforderungen, um auch einer nachträglichen Prüfung durch Gerichte standzuhalten, sind dabei aber hoch. Folgende Bedingungen werden - neben einer detaillierten Analyse der Verlustursachen und konkreten Sanierungsmaßnahmen - an eine rechtlich haltbare Fortbestandsprognose geknüpft:

 

  • Erwirtschaftung positiver Ergebnisse
  • Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit
  • Beseitigung der rechnerischen Überschuldung

 

Überschuldung beseitigen

 

Die Beseitigung der Überschuldung sollte dabei in einem betriebswirtschaftlich absehbaren Zeitraum von 2-3 Jahren erfolgen. Zusätzlich sollen Sie Maßnahmen überlegen, die die Überschuldung Ihrer Gesellschaft beseitigen, wie etwa die Erhöhung des Stammkapitals, Gesellschafterzuschüsse oder Schuldenerlass von Konzernverbindlichkeiten. Zudem sollten Sie nach Möglichkeit Patronatserklärungen und Rangrücktrittserklärungen einholen.

 

Sie sehen also: Der Weg aus der Misere ist mühsam und langwierig. Er muss jedoch nicht im Alleingang beschritten werden. Wir unterstützen Sie gerne bei der Erstellung einer Fortbestandsprognose und stehen für allfälligen Fragen zur Verfügung.




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