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Arbeitszimmer - Was geht noch?

Das Finanzministerium hat lange Zeit gefordert, dass ein im Wohnungsverband gelegenes Arbeitszimmer nur dann von der Steuer absetzbar sein soll, wenn dort mehr als 50% aller Tätigkeiten erbracht und damit 80% der Einkünfte erzielt werden.

 

Der Verwaltungsgerichtshof konnte sich für diese Ansicht allerdings nicht erwärmen. Jetzt darf der Fiskus nicht mehr alle Tätigkeiten eines Steuerzahlers einfach in einen Topf werfen, sondern er muss jede einzelne Tätigkeit genau untersuchen.

 

Stellt sich bei solch einer Untersuchung heraus, dass etwa für Ihre spezielle Berufssparte die Verwendung eines Arbeitzimmers typisch ist, so können Sie die dafür anfallenden Kosten auch von der Steuer absetzen. Typisch ist die Verwendung eines Arbeitszimmers etwa bei Gutachtern, Schriftstellern, Dichtern, Malern, Komponisten, Bildhauern oder Heimarbeitern.

 

Pech für Rechtsanwälte und Ärzte

 

Sollte der Steuerzahler jedoch Richter, Notar, Rechtsanwalt, Arzt mit eigener Praxis, Steuerberater, Vortragender oder Vertreter sein, ist die Finanz jedoch nicht gewillt, die Kosten für ein Arbeitszimmer in der Wohnung anzuerkennen. Bei diesen Berufsgruppen ist es nämlich so, dass ihr Tätigkeitsschwerpunkt außerhalb des häuslichen Arbeitszimmers liegt und ein Arbeitszimmer zu Hause nicht unbedingt benötiget wird, um den Beruf ausüben zu können.

 

Gehen Sie mehreren Tätigkeiten nach, die derselben Einkunftsart zuzurechnen sind, so wird der Fiskus jene Einkünfte zur Bewertung heranziehen, die überwiegen. Als Beispiel sei hier ein Notar genannt, der auch Artikel für Fachzeitschriften schreibt. Diese Artikel verfasst er in seinem Arbeitszimmer zu Hause. Beide Tätigkeiten stellen Einkünfte aus selbständiger Arbeit dar. Da jedoch die Einkünfte aus der notariellen Tätigkeit in der Kanzlei überwiegen, kann der Notar die Kosten für sein Arbeitszimmer nicht von der Steuer absetzen

 

Mehrere Tätigkeiten

 

Üben Sie mehrere Tätigkeiten aus, die verschiedenen Einkunftsquellen zuzuordnen sind, so legt die Finanz das Augenmerk nicht darauf, welche Tätigkeit überwiegt. Verfasst etwa ein berühmter Koch in seinem Arbeitszimmer zu Hause auch Kochbücher, so erzielt er mit seinem Restaurant Einkünfte aus Gewerbebetrieb, mit dem Erlös aus dem Verkauf der Kochbücher jedoch Einkünfte aus schriftstellerischer, somit selbständiger Arbeit.

Er bezieht also Einkünfte aus zwei verschiedenen Quellen. Da für einen Schriftsteller ein Arbeitszimmer typisch ist, kann der Koch und Hobbyschriftsteller die Kosten für sein häusliches Arbeitszimmer bei den Erlösen aus dem Verkauf seiner Kochbücher steuerlich abziehen.




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