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Konkurs - Was passiert da?

Der Konkurs ist jenes gerichtliches Verfahren, das zur Verwertung des gesamten pfändbaren Vermögens eines zahlungsunfähigen Schuldners und zur gleichmäßigen und wenigstens teilweisen Befriedigung der Gläubiger führt.

Häufig wird das Konkursverfahren mit anschließendem Zwangsausgleich als Instrument zur Entschuldung und als Unterstützung zur Sanierung von Unternehmen eingesetzt. Voraussetzungen für die Eröffnung eines Konkurses sind die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners bzw. dessen Überschuldung, der Antrag des Schuldners oder eines Gläubigers sowie das Vorhandensein von kostendeckendem Vermögen.

 

Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung

 

Zahlungsunfähigkeit bedeutet, dass der Gläubiger seinen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur teilweise nachkommen kann. Überschuldung steht für das Übersteigen der Schulden über das Vermögen. Liegen die Voraussetzungen für die Konkurseröffnung vor, muss der Schuldner spätestens innerhalb von 60 Tagen nach dem Eintritt der Zahlungsunfähigkeit den Konkursantrag stellen. Der Konkurs kann auch auf Antrag eines Gläubigers eröffnet werden.

Das Gericht prüft, ob kostendeckendes Vermögen zur Deckung der Anlaufkosten des Konkursverfahrens vorhanden ist, andernfalls ist der Antrag mangels kostendeckenden Vermögens abzuweisen.

 

Postsperre und Zinsstopp

 

Die Konkurseröffnung wird durch Veröffentlichung und durch Eintragung in die Insolvenzdatei bekanntgegeben (www.edikte.insolvenz.at). Das Konkursgericht muss gleichzeitig mit der Konkurseröffnung alle Maßnahmen treffen, die zur Sicherung der Masse und zur Fortführung des Unternehmens dienlich sind.

Weiters hat der Masseverwalter ein Massekonto zu führen und sämtliche Ein- und Auszahlungen zu überwachen. Eine Postsperre soll dem Masseverwalter den Einblick in die gesamte Geschäftspost ermöglichen. Ab Konkurseröffnung kommt es außerdem zu einem Zinsstopp und einer Prozess- und Exekutionssperre. Die Verbindlichkeiten werden somit auf dem Stand zum Zeitpunkt der Konkurseröffnung „eingefroren“ und von den Gläubigern bei Gericht angemeldet.

 

Fortführung des Unternehmens?

 

In der Folge hat der Masseverwalter eine Entscheidung über die Fortführung oder Schließung und Verwertung des Unternehmens zu treffen und dies zwischen dem 60. und 90. Tag nach Konkurseröffnung dem Gericht und den Gläubigern mitzuteilen. In der Regel wird gleichzeitig auch die sogenannte. „Prüfungstagsatzung“ abgehalten. Dabei werden die Forderungen der Gläubiger anerkannt oder bestritten. Durch die Anerkennung der Forderung erhält der Gläubiger die Möglichkeit, seine Forderung ohne Klage geltend machen zu können.

 

Zwangsausgleich

 

Sollte die Fortführung des Unternehmens im Sinne der Gläubiger sinnvoll sein, so kann der Gemeinschuldner binnen 14-tägiger Frist einen Zwangsausgleichsantrag mit einer 20 %-igen Mindestquote zahlbar binnen 2 Jahren einbringen. Wird dieser Zwangsausgleichsantrag im Zuge einer Zwangsausgleichstagsatzung von den Gläubigern angenommen (3/4 Kapitalmehrheit, ½ Kopfmehrheit) so wird das Konkursverfahren nach einigen Wochen aufgehoben, und das Unternehmen besteht weiter.

Gelingt dies nicht, wird sämtliches Vermögen verwertet und letztendlich an die Gläubiger eine Zerschlagungsquote verteilt.




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